Radsport Journal Tourmann
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Deutschland Tour  3. Etappe


Wir sind wieder einmal den Großteil der Etappe abgefahren.  Die Strecke ist gnadenlos gut ausgewählt worden. Klar, die ASO stellt auch bei dieser Rundfahrt touristische Perspektiven in die Vordergrund. Man kann natürlich aus dem Auto die Landschaft nicht aus der Vogelsicht betrachten.  Auch werden die Radsportler die Saarschleife sicher nicht zu sehen bekommen. Und die anderen Attraktionen am Straßenrand werden sie sicher nur am Rande wahrnehmen. Eher nicht. Aber Radsport ist immer zunächst eine Reise durch die Landschaft für die Zuschauer am Fernseher zu Hause. Ob da eine Ausreißergruppe sich an der Spitze des Feldes etabliert oder gar wer das ist, ist für die meisten nicht so spannend.

Die heutige Etappe führt von Trier das Saartal hoch nach Merzig. Da das für 177 km nicht ausreicht, gibt es noch verschiedene Schleifen um den Zielort.  Da es mehrmals vom Saartal aus auf die Höhen geht, sind einige vertikale Meter zu bewältigen. Schon früh sah man einige Zuschauer an Strecke. Es dürften noch deutlich mehr werden werden.

Es gibt natürlich eine Ausreißergruppe. 7 Mann sind mit dabei. sie haben 93 km vor dem Ende einen Vorsprung von über 3 Minuten. Man kann in diesem Abschnitt  nach Frankreich rüber spucken. Kurz darauf beginnt die erste der Schleifen  rund um Merzig. Die Ausreißer haben beim ersten Zieldurchlauf noch immer einer Vorsprung. Aber er ist unter 2 Minuten gesunken. Die Ausreißer kämpfen um die Bergwertung. Auch Rick Zabel sieht das schwarze Trikot mit den weißen Punkten als Ziel. Letzendlich ist es der Amerikaner  Carpenter vom Team Rally der den Vogel abschießt. Zunächst gibt es einen schönen Sprint von Pascal Ackermann. Er reißt die Arme hoch, die Menge ist begeistert. Doch er war schon lange abgehängt, kam nicht über die Berge und machte sich einen Spaß. Das eigentliche Sprintfinale wurde dann von einem Sturz eingeleitet. Einige Fahrer, darunter Patrick Konrad und Lennard Kämna legten sich auf den Asphalt. Auch Alexander Krieger von Leopard Cycling kam humpelnd ins Ziel gefahren. Er starke Schmerzen. Lennard Kämna hatte es am stärktsten erwischt. Er wurde in einem Hausflur von einem Arzt behandelt.

Die anderen Sprinter hatten vorher ihre Sache durchgezogen. Das Duell des Tages hieß Mohoric gegen Politt.  Mohoric gewann mit Abstand und holte sich die Trikots, die gestern Maximilian Schachmann sich überstreifen durfte.

Das Bergtrikot ging an Carpenter von Rally. 

In der Pressekonferenz sagte Mohoric, der letzte Woche auch die Binck Bank Tour gewonnen hatte, dass er sein Trikot morgen verteidigen werde. Er werde im nächsten Frühjahr, wenn alles klappt, Klassiker wie Paris Roubaix und die Flandern Rundfahrt fahren.

Die Tour der France will er mitmachen, aber die Berge seien zu schwer. Er rechne in den nächsten Jahren nicht mit einem Gesamtsieg dort. Aber auch Tom Dumoulin hat sich vom Zeitfahren zum Rundfahrer gewandelt. So ganz unwahrscheinlich halte ich das nicht.

Die Gesamtwertung der Deutschland Tour ist immer umkämpft. Mohoric führt mit 6 Sekunden vor Schachmann von Quickstep und 10 Sekunden vor Nils Politt. Aber der Junge hat es gelernt einen solchen Vorsprung zu verwalten.

Ergebnis <<<<


 
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