Radsport Journal Tourmann
/

Das Journal für den Profi Radsport

 

Deutschland Tour 4. Etappe !

Der letzte Tag der Rundfahrt ist angebrochen. Vor dem Start sitzen noch alle in Ruhe in Lorsch vor dem Startbogen im Cafe. Das örtliche Publikum ist radsporterprobt. Schließlich fanden in 5 km Umkreis im Winter die Deutschen Cyclo Cross Meisterschaften statt und im Juni die Deutschen Straßenradsportsport Meisterschaften. Da hat man viel gesehen und nimmt die Sache gesehen gelassen. Die heutige Etappe kann das Klassement noch einmal völlig umwerfen. Kann. Denn die Stuttgartkenner unter den Journalisten sagen, dass da nichts mehr anbrennen wird. Ich aber mal, das wird ein heißer Tanz für Matej Mohoric. 4 und 10 Sekunden Rückstand sind nicht viel. Und auf den letzten Runden ist während dieser Rundfahrt immer Klassement gemacht worden. Doch natürlich hat der Junge Selbstbewußtsein und Nerven wie Drahtseile. Das hat er bei dieser Tour bewiesen und letzte Woche bei der Binck Bank Tour in Benelux. Immerhin hat er dort seinen Sekundenvorsprung verwaltet und seine erste World Tour Rundfahrt geholt.

Warten wir es ab, der Tag ist lang und wenn die Muskeln nicht mitspielen, dann nützt auch Nervenstärke nichts. 

Heute ist die längste Etappe. Die 207 km sollen zwar nicht die schwersten sein, in Stuttgart geht es auf dem Rundkurs sicher noch einmal zur Sache. Ich denke, Mohoric und Bahrain Merida werden ihre alte Strategie fahren und die Ausreißergruppe wegfahren lassen. Solange keine gefährlichen Leute dabei sind, können die machen was sie wollen. Hauptsache sie greifen die Bonus Sekunden ab. Das wissen natürlich die meisten und werden entsprechend handeln. Favoriten werden sich höflich gebeten die Gruppe zu verlassen, damit   eine Chance hat. Die anderen Teams, wie Quick-Step oder Katusha Alpecin werden es natürlich verhindern wollen. Das schafft die Spannung für den Tag.

Zunächst geht die  Strategie von Bahrain Merida auf. Eine  2 köpfige Ausreißer Gruppe fährt davon und holt sich bis zu 6 Minuten Vorsprung.  Der Wermutstropfen ist, dass einer davon Remy Cavagna von Quick Step ist. Das ist für Bahrain Merida natürlich  nicht so schön. Deshalb werden die Jungs natürlich eingeholt. Auf der letzten Rund in Stuttgart kommt es zum Showdown. Eine kleine Gruppe mit Max Schachmann setzt sich ab. Schachmann setzt alles auf eine Karte und versucht den Sieg im Alleingang klar zumachen. Doch dann kommt Mohoric von hinten wieder auf und macht den Sack zu. Es kommt zum Sprint einer kleinen Gruppe. Schachmann kann nicht mehr mithalten. Doch Nils Politt setzt sich ein wenig ab und schießt den Vogel ab. Ich vermag nicht zu sagen, ob Matej Mohoric seinen großzügigen Tag hatte oder ob er einfach nur mit dem zweiten Platz zufrieden war. Denn zweite Platz brachte ihm die Gesamtwertung. Man muss auch gönnen können. Ich hatte ihm allerdings gestern schon ein wenig vorzeitig auf der Pressekonferenz zum Sieg der Deutschland Tour gratuliert. Man kennt ja seine Pappenheimer.

Politt von Katusha Alpecin wurde 2. und Schachmann konnte gerade noch seinen Podestplatz verteidigen. Das war sicher nicht das was er angestrebt hatte.

Ergebnis <<<<


 
ontent="9e0af36c45ef49dfb29cd36968b6be57" />