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Der Münsterland Giro boomt.
216 km durch das Münsterland. Einmal rund um Coesfeld. Vorher noch eine Schleife um das Atomlager von Ahaus. Dann geht es ab nach Münster. Das Münsterland ist flach, glaubt man, aber ich kenne das Roadbook und das Gelände hat durchaus einige Anstiege parat. Trotzdem wird es einen Tag der Sprinter geben. Für das Menu ist gesorgt. Greipel, Bouhanni, Gavira und viele andere der  Topjungens sind dabei. Deutsche Teams sind natürlich auch mit am Start.


 Ich freue mich, dass Bike Aid mit Nicodemus Holler und ihrem Sprinter Lucas Carstensen mit dabei sind. Bei den Deutschen Meisterschaften hatte es ja nicht so ganz geklappt. Nun sind die Weltenbummler mal wieder zu Hause am Start. Aber LKT Brandenburg und das Luxemburger Team Leopard Cycling mit Alexander Krieger geben sich die Ehre. 

Auch das Fernsehen ist mit dabei. 2 Stunden live Übertragung beim WDR. Das will gelobt werden. Da hat die Deutschland Tour Türen geöffnet.

Die Berge des Kurses haben Steigungen von bis 11 Prozent. Sie sind aber nicht so lang. In Münster gibt es dann vier Runden a 4,6 km. Ein bisschen Kopfsteinpflaster ist auch dabei.

Der Bürgermeister ließ sich es nicht nicht nehmen das Rennen zu starten. Herbert Watterott hatte vorher auf dem Podium ein wenig mitmoderiert.  Nach einer Rennstunde ging es durch den Ort Heek. Sechs Fahrer hatten einen Vorsprung von gut 4 Minuten. Mit dabei war Lucas Carstensen vom Team Bike Aid. Der holte sich auch die erste Sprintwertung. Zweiter wurde Kulikovskiy von Gazprom, Dritter Pascal Treubel von Heizomat.

Es war heute windiger als erwartet. Deshalb wurde Rennen auch chaotisch, als man sich dem Wind stellte. Durch die Windkante flog das Peloton auseinander. Schon bevor Coesfeld das zweite Mal erreicht wurde hatte sich die Spitzengruppe auf 40 Mann vergrößert.  40 Sekunden dahinter kam das 100 Mann starke Hauptfeld, gefolgt von einer kleinen Gruppe Abgesprengter. Doch es wird noch schlimmer kommen.  Auf dem 157 m hohen Schöppinger Berg einer platten Hochfläche, auf der sehr viele Windräder stehen, wehte es ordentlich. Deswegen stehen die Windräder ja auch da. Der Wind kommt aus Nordwesten, das wird sicher die Situation ein wenig verschärfen. Die generelle Fahrtrichtung ab Schöppingen ist Südwest. 

Vorher kommen aber noch einige andere Bergwertungen. Die 3. Bergwertung ist nach einer Gaststätte benannt. Auf der 9 prozentigen Steigungen haben einige der Jungs Schwierigkeiten. Jetzt schlagen die Big Boys zu. Schillinger, Degenkolb und Schwarzmann, so lautet die Reihenfolge.

An der Strecke ist ordentlich was. Das Münsterland feiert seinen Giro. In jeden Ort und an quasi jeder Kreuzung gibt es Bierstände. Kurz vor Münster haben die Bauern eine riesige Heuballenarena errichtet. Das sieht man selbst bei der Tour de France nicht in dieser monumentalen Größe.

Aufgrund der Größe der Spitzengruppe ist die Lage ein wenig unübersichtlich. Mit dabei ist auf jeden Fall John Degenkolb und auch Pascal Ackermann. Denn Bora hansgrohe macht mit beim Tempobolzen. Mit dabei ist Lotto Soudal. Nicht dagegen Quick -Step und das wundert den Betrachter. Die Jungs haben den anderen schon manches Mal bei Windkanten ein Schnippchen geschlagen. So müssen sie für ihren Sprintstar Gaviria die Nachführarbeit leisten.

Toni Martin von Katusha Alpecin ist in der Gruppe vorne mit dabei. Der könnte noch zur Zugmaschine werden. Nacer Bouhanni dagegen nicht.

50 km vor dem Ziel, als es auf den Schöppinger Berg geht, sieht man auf dem Fernsehbild die Steigung nicht. Auch wenn man den Berg mit dem Auto hochfährt sieht man es nicht. Erst wenn man oben anhält um den Bergwertungsbogen zu fotographieren, sieht man plötzlich in die norddeutsche Tiefebene runter. Oder ist es da Münsterland? Von nun an gibt es Rückwind. Die breite Bundesstraße macht das Vergnügen auch nicht kleiner.  Dazu macht das Fernsehmotorrad die Pace. Die Fahrer der Spitzengruppe nutzen gerne den Windschatten.

Bei den Verfolgern hat sich Dimension Data mit an die Arbeit gemacht. Soll es heute ein Tag für Bernhard Eisel werden? Gegen Gaviria dürfte es schwer werden. Sie haben Rückstand von 30 Sekunden. Da sind die Messen noch nicht gesungen. Gavira erreicht mit einem nicht für möglich gehalten Zwischensprint die Spitzengruppe. Aber damit hat er seine Kräfte verpulvert. Im Finale wird er keine Rolle mehr spielen.


Nach dem die Jungs die Schlussrunden erreicht hatte, setzte sich der Holländer Elmar Renders vom Team Roopot ab. Doch er wurde eingeholt. Und es kam zum Massensprint. Den hat dann Max Walscheid vom Team Sunweb souverän gewonnen. Er strahlte bei der Pressekonferenz über beide Ohren. Den Sprint hatte er auf der letzten Rille durchgezogen. Und das John Degenkolb ihn nicht geduscht hat  hat ihn sehr gefreut. Denn dazu war es dann doch zu kalt. Max hat noch einige Renntage vor sich. Es geht noch nach Frankreich. Und dann kommen noch einige Rennen in Asien.

Anschließend sagte der Veranstalters Münsterland Giro einige Worte. Er zeigte sich selbstverständlich mit der Veranstaltung zufrieden.  Fabian Wegmann, der Rennleiter zeigte sich zufrieden damit, dass Bora hansgrohe ein aktives Rennen geführt haben.







 
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