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Tour de France! Der Tag nach der Schlacht!


Vor diesem Tag haben sie alle Angst gehabt. Der Tag in der Hölle des Nordens warf seine Schatten schon lange durch das Fahrerlager. Keine Etappe in den Bergen wird so gefürchtet wie der Parcours mit den Pflastersteinen. Im Frühjahr können sie sich drücken. Bei der Tour nicht. Ich bin zugegebenermaßen auch kein Fan dieses archaischen Rennens. Der Zufall spielt eine zu große Rolle. Wer Pech hat und keinen Versorger, der verliert ordentlich Zeit. Auch die Nerven des Begleitpersonals liegen flach. Es kommt manchmal zu Auseinandersetzungen, deren Ursache ich nicht verstehe. Es ist heiß und staubig. Wenn die Kolonne vorüber ist,  beruhigen sich die Nerven wieder. Schnell  ins Auto und hinterher, an die nächste Station.

Schon vor den Pflastersteinen fallen einige tragische Entscheidungen. Die Rennpferde sind nervös. Keiner will ins Hintertreffen geraten. Und so kommt  es bei der Drängelei zu Stürzen. Richie Porte fällt auf die Straße und bricht sich das Schlüsselbein. Ende einer Dienstfahrt. Schon am Tag zuvor war einer Topfavoriten kurz vor dem Ziel in Amiens gestürzt und hatte sich einen Bruch an der Wirbelsäule zugezogen. Tony Martin hatte die Pflasterstein Etappe bei der Tour de France im Jahre 2015 gewonnen und sich das Gelbe Trikot geholt. As times goes by. Gewonnen hat das Rennen dafür ein anderer Deutscher, nämlich John Degekolb. Der Frankfurter hatte sich schon bei den Deutschen Meisterschaften gezeigt und dort nach langer Durststrecke wieder einen zweiten Platz heraus geholt.

Zu den Favoriten für die Gesamtwertung zählt er aber nicht. 

Reden wir über die Gesamtsituation nach Abschluss dieser Woche. Am Übelsten getroffen hat es Richie Porte von BMC. Er ist nicht mehr dabei und damit hat BMC seinen Leader verloren. Greg Van Avermaet hat zwar seine Führung ausgebaut. Aber die dürfte nicht mehr lange Bestand haben. Den Nächsten den es getroffen hat ist Egan Bernal vom Team. Der Mann soll mal der Froome Ersatz werden. In der Hölle des Nordens hat er jedoch 16 Minuten verloren. Auch Alexis Vuillermoz von AG2R hat über 16 MInuten verloren. Letztes Jahr war er am Ende 13. in Paris. Der französischen Hoffnung Julien Alaphilippe ist es nicht besser ergangen. 12 Minuten 24 Sekunden sind eine schwere Last auf den Schultern. Rigoberto Uran von EF Education First stand letztes Jahr neben Froome auf dem Podium. Heute hat er gegenüber Froome anderthalb Minuten verloren und ist um 16 Plätze abgerutscht.

Dann kommen die restlichen Favoriten. Dumoulin, Dan Martin , Roman Bardet, Mikel Landa, Nairo Quintana, Valverde, Zakarin, Warren Barguil und all die anderen. Sie haben alle das Rennen einigermaßen überstanden und sind nur wenige Sekunden auseinander geblieben. Bis auf BMC, Katusha Alpecin und EF Education First. können sich alle Teamleiter beruhigt zurücklehnen. Man hat in allen Bereichen gepunktet und die Woche gut überstanden. Katusha Alpecin hat mit Ilnur Zakarin noch den Mann für die Gesamtwertung im Rennen. Aber anscheinend gibt es im Team nach den mangelnden Erfolgen durch Marcel Kittel im Sprint ein wenig Stress. Man wird jetzt wohl doch nun die Karte Zakarin ausspielen wollen. Das die Powermaschine Tony Martin ausgefallen ist, macht die Sache allerdings nicht leichter.

 
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