Radsport Journal Tourmann
/

Das Journal für den Profi Radsport

 

Tour de France 9. Etappe

John Degenkolb gewinnt die gefürchteste Etappe der Tour.

Heute geht es von Arras nach Roubaix. Insgesamt 15 Pflasterstein Abschnitte sind zu bewältigen, der Tag ist 153 km lang. Morgen ist dann ein Ruhetag und die Wagen, die Fahrradfahrer und die Karawane werden in die Alpen befördert. Von Arras fahren die Jungs zunächst nach Cambrai. Hinter Cambrai beginnen  die Pflasterstein Abschnitte, es sind nicht so viele wie bei Paris Roubaix. Insgesamt sind es nur 21 km. Die ersten beiden Pflasterstein Abschnitte 15 und 14, es wird rückläufig gezählt, sind jeweils 1600 m lang. Sie liegen hinterer hinter Cambrai. 



Der Tag ist sehr sehr heiß und es wird staubig werden, die Bauern mähen ihre reifen Getreidefelder. Das ist nicht so gut Pollenallergie. Ich befinde mich in der Gegend von Pallincourt. Hier endet Abschnitt 14. Morgens, als ich ankam, war noch nichts los. Die Kolonne bzw. die Karawane soll erst um 12 Uhr hier sein. 


Das Feld kommt dann um 14 Uhr vorbei. Ich bin dann mal hier auf das 14 Pflasterstein Stück gegangen. Hier sind schon relativ viele Leute. Es kam schon mal der Wagen von Skoda vorbei und hat  ordentlich Trikots verteilt. Genauso wie gestern der Wagen von Direct Energie  sie ordentlich in Amiens verteilt hat. Meistens sind es die Kinder, die welche bekommen. Die Menschen sitzen an Sonnen geschützten Stellen, es sind aber hier nicht so viele zu finden. Die Straße ist sehr tief zwischen die Wälder eingegraben. Das war wohl im Zweiten Weltkrieg mal entweder an der Frontlinie oder eine Versorgungslinie. Ab und zu kommen auch noch ein paar Radfahrer vorbei. Von denen man  nicht weiß, warum sie sich das antun. Die Straße ist nicht sehr schön, man muss es halt mal sehen. 

Dann kommen die üblichen Trikot Verkäufer durch. Die Leute sind sind  aber alle von Skoda schon versorgt worden und geben sich ziemlich geizig. Habe keinen gesehen, der irgendwie ich ein gelbes Trikot  für die Oma geholt hat und auch kein Regenschirm. Die Mädels gucken hinten im Wagen ein bisschen geknickt, aber vielleicht sind es auch die Pflastersteine die ihre miese Laune verstärkt.

Dann beginnt das Rennen. Man kann es über den Ticker verfolgen. Es kommt schon in der Vorphase zu Massenstürzen. Einer der Favoriten, Richie Porte, ist betroffen und muss mit gebrochenen Schlüsselbein ausscheiden. Dann kommen sie durch den Pflasterstein Abschnitt. 10 Mann jagen mit einem Affentempo über die Pavees. Über drei Minuten später kommt das langgezogene Peloton. Tony Martin ist nicht mehr dabei. Er war gestern kurz vor dem Ziel ausgeschieden. Es staubt ordentlich. Dann verschwinden wir alle schnell, bevor die Fans die Straße verstopfen.

Die Ausreißergruppe zerfällt. Es kommt  zu vielen Stürzen und und natürlich auch zu Materialschäden. Die Leidtragenden müssen oft sehr lange warten. Romain Bardet hat die Kacke an den Hacken. Seine Fans bei Abschnitt 14 werden es nicht gerne sehen. Mehrmals hat er Pech und kämpft sich wieder heran. Ich weiß nicht, ob so eine Glückspieletappe dazu gehört. Brauchen wir das Spektakel. Die Fans sicherlich. Und fragen sie mal John Degenkolb.

Die Entscheidung fällt erst spät und durch den Führenden der Rundfahrt. Drei Mann finden sich machen sich in Sektor 2 auf den Weg.  Greg Van Avermaet, Yves Lampaert und John Degenkolb.

Sie holen 1 Minute schnell raus. Da sie bis zum Ende zusammenhalten, verwalten sie auch diesen Vorsprung. Den Dreiersprint entscheidet dann  John Degenkolb für sich.

Die anderen Favoriten verlieren nicht all zuviel Zeit. Andrè Greipel kommt mit der dritten Gruppe ins Ziel und gewinnt den Sprint. Mit dabei ist auch Gaviria.

Greg Van Avermaet hat seine Führung ausgebaut.

Ergebnis <<<












 
ontent="9e0af36c45ef49dfb29cd36968b6be57" />