Radsport Journal Tourmann
/

Das Journal für den Profi Radsport

 

Tour de France 1. Etappe

7.7.2018

Gott hört nicht auf die Tour de France



Heute wurde die erste Etappe der Tour de France auf der Insel Noirmoutier gestartet.  Die Organisation ASO hatte erst angekündigt, dass das Festland über die Passage du Gois erreicht werden würde.  Darauf habe ich mich ja  immer verlassen und nicht sonderlich nachgeschaut.  Jetzt wo ich die Bilder sehe,  erblicke ich Wasser, endlose Wasserflächen. Die Organisation hat es nicht geschafft, den lieben Gott zu überzeugen, dass zum Tourstart um 11 Uhr das Meer geteilt werden sollte.  So müssen die Fahrer  die Brücke nehmen die spektakulären Bilder von der Passage du Gois bleiben also der Geschichte vorbehalten. Aber man kann ja nicht alles richten.

Direkt zu Beginn der Rundfahrt setzen sich drei Fahrer ab,  alle aus dem eingeladenen Team. Mit dabei waren Offredo von Wanty , Ledafrois  Direct Energie und Cousin von Fortuneo   .

Rick Zabel fuhr  ein wenig hinter den Peloton her, er hatte nämlich ein kleines Problem. Direkt zu Beginn hatte er sich ein gelbes Bändseleingefangen .  Das sah zunächst sehr malerisch aus,  aber Sie können sich sicher vorstellen ein Bändsel im Ritzel hinten ist jetzt nicht der beste Weg fahrradfahren.

Die Ausreißer haben zügig einen Vorsprung von 4 Minuten rausgefahren, 23 km nach dem Start.  Das heißt, das Peloton lässt sich doch ein wenig Zeit direkt am Anfang.  Aber die Sprinter wissen ganz genau, der Tag ist lang,  die Strecke  flach. Wir sind am Anfang der Tour und alle sind noch dabei, alle sind stark und wir  werden das Ding am Ende richten. Wind spielt keine Rolle. Das wäre heute ein wenig fatal. Doch es sieht sehr windstill aus.



 50 km sind gefahren.  Die Ausreißer haben einen Vorsprung von 3 Minuten 30.  Sie sind in der ersten Stunde einen Schnitt von 46 Stundenkilometern gefahren.  Das ist sehr sehr ordentlich. Anscheinend kommt der wenige  Wind aus Richtung Westen.



Von den 3351 km  der diesjährigen Tour de France sind 100 km Strecke Geschichte. Die drei Ausreißer haben einen Vorsprung von nur noch 2 Minuten 30.  Es ist wunderschön, ein wunderschöner Tag in der Vendee, ohne viel Wind die Sonne scheint und es hat Temperaturen um die 25 Grad. 

Der Sprint wird durchgefahren. Cousin holt ihn sich vor  Ledanois und Offredo



Lawson Craddock von EF Education First ist der erste Rennfahrer der stürzt. Seine Gesichtverletzungen sehen nicht sehr schön aus.

Auch beim Sprint des Feldes gibt es noch Punkte. Elia Viviani von Quickstep holt sich die meisten, 13 an der Zahl. André Greipel von Lotto Soudal hält mit und bekommt als nächster 12 Punkte.

30 km vor dem Ende sinkt der Vorsprung unter 1 Minute. Es folgt der Kampf um die einzige Bergwertung der Etappe. Der Sieger wird das Polka Dot Trikot morgen tragen. Die beiden aus den französischen Teams streiten sich um das Trikot. Offredo hält sich zurück. Es ist knapp. Ledanois gewinnt knapp vor Cousin und darf heute auf dem Podest stehen. Das Peloton macht sich jetzt endgültig an die Arbeit und schnell wir die halbe Minute unterschritten. Kevin Ledanois hat sich das Trikot für die Bergwertung geholt , beendet seinen Arbeitstag und lässt sich ins Peloton zurückfallen.

Kurz ( 13 km) vor dem Ziel gibt es eine Besonderheit bei der diesjährigen Tour de France. Es gibt einen Bonussprint. Dort kann man 3,2,1, Sekunden gewinnen. Cousin (3) und Offredo (2) holen sich die ersten Bonusekunden. Oliver Naesen, der belgische Meister vom Team Ag2R. holt sich die letzte Sekunde.

10,8 km kommt es zu Sturz, Arnaud Demare ist ein prominentes Opfer und fällt für den Sprint aus. Auch Richie Porte soll betroffen sein. Wenig später werden die Jungs an der Spitze eingeholt. Das Tempo wird mörderisch und es kommt zu weiteren Stürzen. Jetzt muss man vorne sein. Egan Bernal sieht 5 km vor dem Ende hinter dem Peloton herfahren. Er ist nicht alleine. Schon heute geht es zur Sache. Auch  Froome wird abgeschossen. Noch sind es 4 km und man ist noch nicht sicher. Bora hansgrohe fährt an der Spitze. Nairo Quintana hat 3;4 km vor dem Ziel eine Radpanne.


Bora Hansgrohe knallt mit 65 Stundenkilometern in Ziel entgegen und wir sind innerhalb der 3 km Marke. Wer jetzt stürzt ist sicher. Die Gruppe mit Porte und Froome wird sicherlich Zeit verlieren.

 Noch 2 km und bora-hansgrohe kämpft für Peter Sagan.  Dann organisiert Quickstep Floors den Zug für Gaviria. 200 m vor dem Ende legt er los. Peter Sagan hängt in seinem Windschatten kommt aber nicht vorbei. Gaviria holt sich das gelbe Trikot. Marcel Kittel wird dritter. Von Greipel ist nichts zu sehen. Dahinter reist das Peloton zersplittert ins Ziel ein. Die Gruppe Quintana, Porte, Froome verliert 45 Sekunden. Eigentlich hatte ich gedacht, das Peloton käme geschlossen nach Fontenay le Comte, aber nach 2 Minuten kommen immer noch versprengte Gruppen an. Das sind die Zeichen für die diesjährige Tour.



Einige der Favoriten haben nun einen leichten Vorteil weil sie vorne mit dabei waren. Es sind Uran, Alaphilippe, Bardet, Landa und Valverde, die nun erst mal die besseren Karten haben.

Ergebnis <<<<

Last Km of Stage 1 (01:24 Ambient) — aso
Last Km of Stage 1 (00:38 Spanish, restricted to Latin America) — espn
Last Km of Stage 1 (02:03 English, restricted to Europe) — eurosport
Last Km of Stage 1 (01:58 English, restricted to Australia) — sbs
Overhead replay with graphics of Stage 1 (01:05 Ambient) — aso
6 km to go: Chris Froome crashes on Stage 1 (01:36 English, restricted to U.S.) — nbcsports
11 km to go: Massive crash near the finish of Stage 1 (00:36 English, restricted to Europe) — eurosport
28 km to go: break at Stage 1 KOM (00:16 Ambient) — aso
Podium Ceremony from Stage 1 (00:45 Spanish, restricted to Latin America) — espn
Winner's Interview from Stage 1 (01:26 English, restricted to Europe) — eurosport

Stage 1 start  (00:19 Ambient) — aso
Inside the Tour de France mobile replay van, Stage 1  (01:44 English, restricted to U.S.) — nbcsports


 

 
ontent="9e0af36c45ef49dfb29cd36968b6be57" />