Radsport Journal Tourmann
/

Das Journal für den Profi Radsport

 

Tour de France 14. Etappe

21.7. 2018 Die Tour de France  Etappe Nummer 14 führt von Saint Paul Trois Chateaux  ins Massif Central. Mein Kater Paul wird noch größenwahnsinnig, wenn er sich das anschaut. Lässt dann nur noch Heiliger Paul rufen und meint, das hätte er schon immer gewusst. Von wegen, bei seinen Traumschlössern handelt es sich um Türschlösser und eines ist an der Vorratskammer angebracht. Weil man ja aus den Bergen raus ist, hat die ASO eine Flachetappe kreiert. Es gibt nur Steigungen der 4., der 3. und der 2. Kategorie. Schauen wir uns dann das Profil an, wissen wir warum die Sprinter dankend nein gesagt haben und heute auch die nächsten wieder nach Hause gehen werden. Allein die Bergfahrer stimmen frohgemut ihr Liedchen an. Nach Hause, nach Hause, gehen wir nicht.


Die Abfahrt vom Col de la Croix de Berthel kenne ich. Der Col liegt auf 1088 m. Und bei irgendeiner Tour de France bin ich runtergefahren. Es ist wunderschön dort. Ein offenes Tal unter eine lange Abfahrt, zwischen zierpenden Grillen. Leider müssen die Jungs da hoch und es hat 10 km a 5,3 Prozent.

 Ich glaube, die ganze Etappe ist nichts für die Katz. Also meine, meine ich. Denn mein anderer Kater Bert, auch von der Tierärztin Berthel genannt, könnte heute größenwahnsinnig werden. Wenn die Jungs zum Schluss noch in Harry´s Bar einkehren, wäre der Tag katzentechnisch gelaufen und ich müsste die Kühlschranktür eine Woche offen lassen. Aber nach dem Col kommen ja noch ein paar andere Berge. Dort oben  kann knackig heiß werden. Ein Pass heißt auch Col du Pont Sans Eau. ( Brücke ohne Wasser)  Das wollen doch lieber keinen wünschen.

 Falls es nicht regnet. Später in Mende kommt dann aber noch der Clou des des Tages. Im Ort ist nämlich nicht Schluss. Es geht  noch zum Flughafen hoch. Den Anstieg bewältigt man am besten mit dem Hubschrauber. Im Winter sollte es nicht ohne Steigeisen versuchen und wie man da mit dem Fahrrad hochkommen soll ist mir schlicht schleierhaft. Aber die Jungs machen das. Die fahren ja mittlerweile vorne 5  Zähne und hinten 45. Ich hab noch so ein altes Bianchi Rennrad,  schön pastelgrün, aber leicht von den vielen Segelreisen verwittert. Also Salzwasser und ein Fahrrad am Heck vertragen sich nun wirklich nicht, besonders wenn alles noch aus Stahl und Alu ist. Das Rennrad hab ich mal gebraucht von der Tochter eines Radrennfahrers gekauft. Hatte also Renneinsatz und eine Übersetzung von 43 Zacken vorne und 21 hinten. Das wäre selbst für Profis ein langer Tag in Mende geworden.

Es herrscht Mistral im Rhone Tal. Direkt zu Beginn des Rennens bilden sich Windstaffeln. Das Feld zerfällt in vier Teile. Die Favoriten haben sich nicht erwischen lassen und fahren vorne mit. 

Dann geht eine Gruppe. Mit dabei ist Alaphilippe. Team SKY macht eine Barrage und wartet auf den Leader. Die anderen warten mit. Von hinten komplettiert sich das Feld. Das hat man auch schon gesehen oder hab ich ein deja vu Erlebnis. 



Vorne fahren sie schnell Zeit raus. 3:30 Minuten. Mit dabei ist auch Greg Van Avermaet. Daneben sind es 31 weitere Fahrer. Ich sehe Stefan Küng von BMC, Geschke von Sunweb und viele mehr.


Dani Martinez and Pierre Rolland (EF), Simon Geschke (Sunweb), Gorka Izagirre and Kristjian Koren (Bahrain-Merida), Michael Hepburn and Daryl Impey (Mitchelton-Scott), Andrey Amador (Movistar), Damiano Caruso, Stefan Küng and Greg Van Avermaet (BMC), Julian Alaphilippe, Philippe Gilbert and Yves Lampaert (Quick Step), Peter Sagan and Maciej Bodnar (Bora-Hansgrohe), Omar Fraile (Astana), Tom-Jelte Slagter and Julien Vermote (Dimension Data), Thomas De Gendt (Lotto-Soudal), Lilian Calmejane, Jérôme Cousin, Thomas Boudat, Sylvain Chavanel and Damien Gaudin (Direct Energie), Michael Gogl and Jasper Stuyven (Trek-Segafredo), Christophe Laporte, Nicolas Edet, Anthony Perez and Anthony Turgis (Cofidis), Thomas Degand (Wanty-Groupe Gobert) compose the front group with an advantage of 3'20'' over the peloton led by Team Sky at Bidon, km 20.5.

Das Peloton fährt zunächst über dem Tal der Ardeche lang. Der Tag ist heiß und der Wind hat ein wenig nachgelassen. Der Bestplatzierte in dieser Gruppe liegt über 39 Minuten zurück. Da gib es keinen Stress für SKY. 


133 km vor dem Ende haben sie 5 Minuten Vorsprung herausgefahren. Bald sind es 7. Peter Sagan holt sich die 20 Punkte und die 1500 Euro für die Mannschaftskasse. Er hat jetzt 418 Punkte. Und es dürfte ihn jetzt keiner mehr einholen können.

 Viele bezeichnen diese Etappen als Überführungsetappen. Wege die zurückgelegt werden müssen um von den Alpen in die Pyrenäen zu kommen.Eher ein lästiges Übel.  Meiner Ansicht nach sind es die besten und schönsten Etappen. Mitten durch das Kernland. Mit einer wundervollen Landschaft und auch anspruchsvollen Streckenprofilen. Meiner Ansicht nach sind sie der Kern der Tour de France.

74 km vor dem Ziel geht es auf den Col de Berthel hoch. Die Ausreißer haben 9 Minuten Vorsprung.

Im letzten Teil des Anstiegs zum Col de la Croix de Berthel zerfällt die Spitzengruppen. Gorga Izaguirre, der spanische Meister vom Team Bahrain Merida,  holt sich die Bergwertung. Sagan und Alaphilippe fallen zurück. Nach dem Gipfel finden sich drei Mann. Izaguirre, Slagter und Jasper Stuyven. Die drei haben ein Vorsprung von 37 Sekunden vor den  ehemaligen Kollegen. Das Peloton liegt über 13 Minuten zurück.


Nach den Bergen geht es in Richtung Mende. Jasper Stuyven von Trek Segafredo versucht es alleine. Vom Peloton kann keine Bedrohung mehr erfolgen. Wohl aber von seinen ehemaligen Fluchtgenossen. Peter Sagan ist sicherlich noch nicht aus dem Geschäft. Auch Alaphilippe könnte sich noch mal zeigen.

Im Anstieg zum Flughafen hat Stuyven einen Vorsprung von 1:40 Minuten. Es wird hart. Kann er das schaffen. Es sind 300 steile Höhenmeter. Das Hauptfeld liegt 20 Minuten zurück und wird einen eigenen Kampf ausfechten. Bis zum Gipfel sind es noch 2 km. Dann wird es flacher. 1,5 km über den  Flughafen. Omar Fraile von Astana hat die ganze Zeit bei den Verfolgern gelutscht. Jetzt im Aufstieg lässt er die Katze aus den Sack. 2 km vor dem Ziel überholt Fraile Stuyven. Alaphilippe kommt hinterher, erreicht Stuyven und überholt ihn, fällt kurz zurück und gewinnt dann den Sprint um Rang zwei.  Sagan wird vierter und Simon Geschke von Sunweb erreicht Rang 6. Das Peloton hat noch 10 km Rückstand. Die letzten 4,5 km werden aber auch nicht stressfrei  sein.

3 km vor dem Ende greift Roglic an. SKY muss arbeiten. Froome und Thomas sind isoliert. Bardet, Quintana und Dumoulin sind dabei. Roglic setzt sich ab. Jetzt muss Dumoulin für Froome arbeiten. Froome stellt die Nähmaschine an. Thomas hält mit. Dumoulin auch. Der letzte flache km. Roglic ist der Gewinner des Tages was die Gesamtwertung betrifft. Aber es sind acht Sekunden auf Froome, Dumoulin und dem gelben Trikot mit Geraint Thomas.

Romain Bardet hat wieder Schwäche gezeigt und einige Sekunden verloren.

Ergebnis <<<

Last Km of Stage 14 (01:23 Ambient) — aso
Last Km of Stage 14 (03:59 English, restricted to Australia) — sbs
Last Km of Stage 14 (01:38 English, restricted to Europe) — eurosport
One-Minute Highlights from Stage 14 (00:58 Music) — aso

46 km to go: 3 men break on KOM, Stage 14  (00:15 Ambient) — aso
59 km to go: Solo rider on Col de la Croix de Berthel - Stage 14  (00:16 Ambient) — aso
98 km to go: Intermediate sprint - Stage 14  (00:18 Ambient) — aso


 
ontent="9e0af36c45ef49dfb29cd36968b6be57" />