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Tour de France  8. Etappe

 Heute hatten die Sprinter das Sagen. Man erinnerte sich im Ziel das Andrè Greipel hier schon mal gewonnen hatte und so hielt man es auch heute für möglich. Zunächst setze sich Stefan Küng von BMC ab. Aber nachdem er ein wenig mit dem Kameramann auf dem Motorrad gescherzt hatte setzte er sich an den Straßenrand und wartete auf das Peloton.

Der nächste Versuch war ernster gemeint. drei Fahrer suchten das Weite. Einer davon, Bram Tanking hatte aber schnell die Schnauze voll und ließ sich wieder ins Peloton zurückfallen.

Die beiden anderen, Minnard und Grellier von Direct Energie hatten einen langen Nachmitttag. Minnard war der erste der aufgab. Grellier machte den Voeckler und ließ sich erst 6 km vor dem Ende einfangen. Auch als es völlig sinnlos war fuhr er noch 20 m vor dem Feld daher. Der Stolz der Bretonen am Nationalfeiertag.

Das dann ein Holländer den Sprint gewann war dann auch egal. Es war nicht Demare und so hätte es eben so gut der Teufel sein können. André Greipel hat es heute wirklich versucht. Er sah auch nicht schlecht aus.  Aber die Straße ging ganz ganz leicht bergauf und das ist nun mal Dylan Groenewegens Terrain. Die Mitglieder des Teams Lotto Soudal sahen jedenfalls nicht besonders glücklich aus als sie sich der Öffentlichkeit hinter dem Ziel präsentierten. Dahin rannten alle nach dem Zieleinlauf. Gesehen hab ich ihn nur auf der Leinwand, denn ich war ja off limits. ich mich natürlich morgens schon an das Geländer stellen können, wie Katusha Uschi mit ihrer deutschen Fahne direkt am Ziel. Aber ich einfach keinen Bock dazu. Ich bin ganz ehrlich, irgendwann ging mir das durch Animateure aufgeheizte Kreischen der Massen ganz schön auf den Sack. Da hab ich echt bereut, dass ich nicht 10 km vor dem Ziel geblieben bin. Aber ich wollte es ja so.


 Die volle Dosis Tour de France in zwei Tagen. Sie kriegen das ja im Fernsehen nicht mit. Sie werden permanent durch eine schöne Landschaft geradelt und kriegen ab und zu mal ein Schloss gezeigt. Eins soll mal der Standort von Rommel im zweiten Weltkrieg gewesen sein. Wenn ich es richtig verstanden habe. Die Massen die vor den Bussen stehen sind unterschiedlich verteilt. Manche haben gar keine, bei anderen drängen sich die Leute. Ich sehe die Jungs ja bei vielen Rennen. Einige sind richtige Milchgesichter. Aber bei der Tour ist alles ganz anders, da sind sie  die Helden. Die kleinen Götter auf den den besonders leichten Fahrrädern. Auch wenn man vorher nur gebettelt hat,daran teilzunehmen. Jetzt könnte man unter  glücklichen Umständen eine Etappe gewinnen. Und dann unsterblich werden. Für die 2000 Journalisten aus aller Welt, die im September nicht mehr den Namen kennen werden, geschweige das Gesicht. 

André Greipel wäre auf keinen Fall der Sieger geworden. Er hatte sich mit Gavira eine Auseinandersetzung geleistet. Beide wurden vom 2. und 3.  auf den letzten Platz ihr Gruppe zurückgestuft. Da freut sich diesmal Peter Sagan. Des einen Leid ist des anderen Freud. War das nicht schon immer so?

Katusha Alpecin mit Kittel sind dieses Jahr nicht die Erfolgsgeschichte der Tour. Aber geht es immer. Auch Cavendish hat wie Greipel noch nicht die Blessuren von Mailand San Remo überstanden. Degenkolb ist im Moment kein Siegfahrer mehr und landete heute auf Rang 3. Nach der Korrektur. Kittel auf Rang 15. 

In der Gesamtwertung führt weiterhin Greg Van Avermaet von BMC. Morgen geht es über die Holpersteine, danach werden die Rechnungen neu geschrieben.

Ergebnis <<<<<




 
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